Geschichte des Sozialismus

Infolge der industriellen Revolution und Aufklärung entwickelte sich zum Ende des 18. Jahrhunderts eine sozialistische Bewegung die eng mit der zur gleichen Zeit entstehenden Arbeiterbewegung verbunden war. Mit dem Beginn und den Ideen der Frühsozialisten zu Genossenschaften und parteipolitischen Organisationen der sozialen, sozialdemokratischen sowie kommunistischen Parteien, die ihrerseits im 20. Jahrhundert viele Abspaltungen hinnehmen mussten, war der Sozialismus zunächst sehr vielfältig und nicht endgültig zu definieren.

Der klassische Sozialismus kritisierte an den bestehenden Verhältnissen in der Hauptsache, dass die Interessen des Kapitals den Bedarf der Gesellschaft dem Profit unterordneten. Dieses ausschließlich profitorientierte Handeln führe zu einer Konzentration einiger weniger Herrschender und münde letztlich in der finanziellen Oligarchie, die aufgrund ihrer Machtfülle von keiner demokratischen Ordnung ausreichend kontrolliert werden könne. Der klassische Sozialismus folgert in seinen Theorien daraus, dass die Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel den Kapitalisten entzogen werden muss. Sie muss nach Auffassung des Sozialismus der arbeitenden Bevölkerung übergeben werden. Eine auf Arbeiterselbstverwaltung beruhende staatliche Lenkung müsse die Verteilung der produzierten Güter entsprechend dem Bedarf sicherstellen, nicht der Markt anhand des größtmöglichen Profits.

Im Gegensatz zum Liberalismus sieht die sozialistische Lehre nicht die Gleichheit des Menschen, sondern die materielle Gleichheit beziehungsweise die gleiche Verteilung des vorhandenen Reichtums, im Vordergrund. Dies würde letztlich idealerweise zu einer klassenlosen Gesellschaft führen. Die soziale Integration aller Menschen im Sozialismus sei dabei die zu erstrebende Form der menschlichen Freiheit, wobei die Freiheit des Einzelnen lediglich eine erreichbare Möglichkeit darstellt, keine zwingende Notwendigkeit und erst recht kein erstrebenswertes Ergebnis. In seinen Theorien ging Karl Marx davon aus, dass die perfekt organisierte Arbeiterschaft, bei vollem Besitz über alle Produktionsmittel, letzten Endes nach der Weltrevolution den Staat überflüssig machen würde. Wenn er überhaupt noch notwendig sei, dann nur, um die erwirtschafteten Güter gerecht zu verteilen.

Der soziale Anarchismus ging dagegen von vornherein von einer freiwilligen Verbindung der Räte, Kommunen und Kollektive aus und lehnte staatliche Herrschaft explizit ab. In der Theorie der Anhänger setzte diese Form des Sozialismus auf individuelle Freiheit im Zusammenhang mit kollektiver Verantwortung und war keineswegs autoritär geprägt.

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