Marxistischer Sozialismus

Marxistischer Sozialismus ist das von Friedrich Engels und Karl Marx begründete System des wissenschaftlichen Sozialismus. Es besagt, dass die Masse der Proletarierklasse immer mehr verelende, während einige wenige das Kapital unter sich aufteilten. Die vorhandenen Produktionsmittel der Kapitalisten müssten, notfalls durch einen rücksichtslosen Klassenkampf mit anschließender Diktatur des Proletariats, vergesellschaftet werden. Im weiteren Verlauf würden sich zunächst die Klassenunterschiede verflüchtigen, anschließend die Klassen und zum Schluss der Staat selbst auflösen.

Friedrich Engels betrachtete den Sozialismus ursprünglich als eine bourgeoise Bewegung und den Kommunismus als eine Arbeiterbewegung. Engels und Marx bevorzugten daher die Bezeichnung Kommunisten. Über einen langen Zeitraum hatte der Marxismus die Deutungshoheit innerhalb der sozialistischen Bewegung. Diskussionen innerhalb und über den Sozialismus wurden bis weit in das 20. Jahrhundert hinein mit Begriffen von Engels und Marx geführt. Der Marxismus geht von der These aus, dass Kommunismus unmittelbar nicht zu erreichen ist und erst mit dem Sozialismus beginnen muss. Daraus folgt, dass der Sozialismus eine erste und absolut niedrige Phase des Kommunismus darstellt. Die Weiterentwicklung dieses Sozialismus würde letztendlich und unweigerlich zum Kommunismus führen. Oberstes Ziel des Kommunismus müsse dabei sein, die Ausbeutung der Menschen durch die Menschen zu beenden und den Kapitalismus abzuschaffen. Die Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln war laut Marx in der Diktatur des Proletariats für die klassenlose Gesellschaft die ökonomische Voraussetzung.

Marx ging davon aus, dass in einer ersten Phase die Bourgeoisie parallel zum Sozialismus existieren könne und das Privateigentum an den Produktionsmitteln nach und nach aufgehoben und die kapitalistische Produktionsweise behutsam von der kommunistischen abgelöst wird. Sobald die Klassenunterschiede verschwunden wären und alle Produktion in Händen der Arbeiterklasse sei, verliere die Öffentlichkeit den politischen Charakter und man könne das Schlagwort “Jeder nach seiner Fähigkeit und jedem nach seiner Leistung” ablösen mit dem kommunistischen Grundsatz “Jeder nach seinen Fähigkeiten und jedem nach seinen Bedürfnissen”. Diese Theorie mutierte immer mehr von einer sozialwissenschaftlichen Methode zu einem politischen Machtinstrument. Der Absolutheitsanspruch wurde, nachdem sozialistische Bewegungen die Macht übernommen hatten zu einem Mittel, die politisch gewünschte Weltanschauung von der unerwünschten Ideologie zu unterscheiden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *